Bochum, 15.12.2002
Erstsemester landesweit gleich schlecht
Die Auswertung des Tests zeigte landesweit gleich schlechte Werte. Es gab, berichtete Prof. Dr. Michael Knorrenschild, Vorstandsmitglied des Arbeitskreises und Professor an der FH Bochum, keine "Ausreißer" nach oben oder unten. Regionale oder gar fachhochschulspezifische Unterschiede sind nicht erkennbar. Auch zwischen Studienanfängern mit Fachhochschulreife und denen mit Abitur mit Grundkurs Mathematik hat sich kein nennenswerter Leistungsunterschied ergeben. Einziger - schwacher - Lichtblick: Studienanfänger, die Abitur mit Leistungskurs Mathematik als Vorbildung mitbringen, schneiden mit 5 bis 7 richtig gelösten Aufgaben weit besser ab als die Übrigen.
Der Test bestand aus 10 Aufgaben. Jede vollständig richtig gelöste Aufgabe wurde mit 1 Punkt bewertet. Falsche oder nur teilweise richtige Lösungen wurden mit 0 Punkten bewertet. Der Test prüfte mathematische Grundfertigkeiten, die im Mathematikunterricht der Schule bis einschließlich der Klasse 10 erworben werden müssen. Dazu zählen Auflösen von Gleichungen, Rechnen mit Wurzeln, Potenzen, Logarithmen, einfache lineare Gleichungssysteme, Grundkenntnisse über Graphen von Funktionen und elementare Geometrie.
Der Arbeitskreis Ingenieurmathematik wurde im letzten Jahr gegründet, trifft sich derzeit zweimal pro Semester und erreicht alle Mathematikdozenten in Ingenieurfachbereichen der Fachhochschulen in NRW. Er wurde gegründet, weil die FH-Mathematikprofessoren vor einem Dilemma stehen: Den nachlassenden Kenntnissen der Erstsemester können sie nicht mit ganzer Kraft entgegenarbeiten, weil der Mathematikanteil im Studienplan immer mehr gekürzt und gerade in den Grundlagenfächern auch noch Personal eingespart wurde. Im Arbeitskreis Ingenieurmathematik wollen die betroffenen Professoren deshalb gemeinsam nach praktikablen Lösungen suchen.
Die Ergebnisse im pdf-Format: